Andreas Wersch bleibt Gesamtkommandant der Freiwilligen Feuerwehr – Peter Schneider neuer Stellvertreter.

Geschlossenheit demonstrierte die Freiwillige Feuerwehr Kernen bei ihrer Hauptversammlung in der Karl-Mauch-Schule in Stetten. Mit 69 Stimmen – von 70 Stimmberechtigten – wurde Andreas Wersch für weitere fünf Jahre zum Gesamtkommandanten gewählt. Als Stellvertreter zur Seite steht seit Samstag der neue Abteilungskommandant aus Rommelshausen: Peter Schneider erhielt mit 68 Ja-Stimmen ein ebenso klares Votum.

„Die Sicherheit unserer Bürger ist heute zu jeder Tages- und Nachtzeit gewährleistet“, sagte Wersch, der gemeinsam mit Fischer die Alarm- und Ausrückordnung optimiert hat. Immer weiter verschlechtere sich allerdings die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte. Die Bereitschaft der Arbeitgeber zur Freistellung ihrer Mitarbeiter für Einsätze oder Lehrgänge sinke trotz gesetzlicher Verpflichtung. Außerdem seien immer weniger bereit, sich dauerhaft für ein Ehrenamt zu verpflichten: „Eine schleichende Professionalisierung unserer Führungskräfte ist die Folge.“

Zu Recht stolz sind die Kernener auf ihre Jugendfeuerwehr, die „seit einigen Jahren nun endlich von beiden Abteilungen gemeinsam getragen wird“, sagte Andreas Wersch. Elf Jungen und Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren versehen derzeit dort ihren Dienst. Der Erfolg beim Nachwuchs sei vor allem ein Verdienst des ausscheidenden Jugendfeuerwehrwarts Steffen Rosskopf und seines Vorgängers Stefan Wersch. Die beiden wurden für ihren Einsatz von Matthias Kraftmayer, dem stellvertretenden Kreisjugendfeuerwehrwart, mit der silbernen Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg ausgezeichnet. „Maschinen und Technik ist das eine, aber ohne die Menschen sind wir nichts.“ Bedauerlich fand Wersch, dass viele Ansätze aus dem gemeinsam erarbeiteten Leitbild beider Feuerwehrabteilungen im Alltagsgeschäft stecken blieben. „Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob es bis zum letzten unserer Mitglieder durchgedrungen ist, ob es überhaupt überall umgesetzt oder wenigstens vorgelebt wurde.“

Keinen Zweifel, dass das neue Führungsduo den Vertrauensvorschuss erfüllen wird, hat der Kernener Bürgermeister. Stefan Altenberger bezeichnete Wersch als Prototyp eines Gesamtkommandanten, der stets an vorderster Front stehe, motiviere und noch Zeit habe, Feuerwehr-Bedarfsplanung zu erarbeiten. Auf seine Wehr könne er sich verlassen, sagte der Schultes. Auch wenn Führungskräfte mal menschlich miteinander Probleme hätten, finde sich eine Lösung. „Eine Zusammenlegung der Abteilungen war nie ein Thema, sie wäre nur eine Option gewesen, falls sich in Rommelshausen kein neuer Kommandant gefunden hätte.“

Der alte Kommandant der „Römer“, Christian Fischer, bedankte sich für die vergangenen fünf Jahre, in denen er als Stellvertreter des Gesamtkommandanten Wersch tätig war. „Die Wahl von Peter Schneider zeige, dass sein Nachfolger Rückhalt habe: „Und die Ära Fischer in der Feuerwehr Kernen geht nicht zu Ende, denn ich bleibe weiterhin als Feuerwehrmitglied dabei.“

Quelle: Fellbacher Zeitung vom 22.03.2010 / Text: Eva Herschmann