Wahl bei der Kernener Gesamtfeuerwehr: Der Römer Peter Schneider wird Stellvertreter

Kernen. Dass sich die Kernener Gesamtfeuerwehr zur Hauptversammlung trifft, geschieht nur bei besonderen Anlässen. Heuer war wieder so einer: die Wahl des Feuerwehrkommandanten und die Wahl des stellvertretenden Kommandanten stand an.

Wie erwartet, wurden in der Stettener Karl-Mauch-Schule Andreas Wersch und der frischgebackene Römer Kommandant Peter Schneider zum Stellvertreter gewählt. Von den 70 Wahlberechtigten fielen 69 Stimmen auf den alten und neuen Feuerwehrkommandanten Andreas Wersch und 68 auf Peter Schneider als stellvertretenden Kommandanten. „Den Begriff Gesamtkommandant gibt es nicht“, meinte Karl „Florian“ Idler streng, bevor er Wersch in hohen Tönen lobte: „Du machst dei Sach hervorragend!“ Einen Rat gab er ihm dann noch mit auf den Weg: „Lad’ dir nicht zu viel auf – irgendwann schwächelt auch mal der stärkste Gaul.“

Fünf Jahre ist es her, dass sich die Abteilungen Rommelshausen und Stetten das letzte Mal versammelten. Einige sympathisch aufbereitete Impressionen von Stefan Wersch gewährten einen Rückblick auf die letzten Jahre. Obwohl es im Rathaus verpeilt wurde, die Einladungen für die Versammlung zu verschicken, sind die Gäste dennoch zahlreich erschienen. Die Stimmung war jedoch gedrückt an diesem Abend, der üblich witzige Schlagabtausch blieb aus: Die „große Feuerwehrfamilie“ trauerte mit einem Kameraden, der in diesen Tagen einen schweren Schicksalsschlag zu tragen hat.

Die vergangenen fünf Jahre der Amtszeit beider Abteilungskommandanten, Wersch und Christian Fischer, seien nicht nur durch 341 Alarmierungen geprägt worden, erzählte Andreas Wersch: „Sie lassen sich auch sonst als klare Erfolgsbilanz bewerten.“ Zahlreiche Aus- und Weiterbildungen stärkten die Schlagkraft der beiden Abteilungen. Zwischenzeitlich“, sagt Wersch stolz, „können wir mit eigenen Ausbildern nahezu jeden Feuerwehrlehrgang auf Standortebene anbieten.“

Stolz ist die Feuerwehr auch auf ihre elf Jungen und Mädchen starke Jugendfeuerwehr, die seit einigen Jahren von beiden Abteilungen gemeinsam getragen wird. Steffen Rosskopf und Stefan Wersch, die sich als Jugendfeuerwehrwart bzw. dessen Stellvertreter verdient gemacht haben, wurden von Matthias Kraftmayer, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Kreisjugendfeuerwehr, mit der Ehrennadel in Silber ausgezeichnet.

„Manchmal im Leben kommt der Moment, an dem man grundsätzlich werden muss, damit man weiß, wer man ist“, zitierte Wersch den DDR-Bürgerrechtler Dietrich Garstka. Gemeint war die 250 Seiten starke Feuerwehrbedarfsplanung, die 2008 vom Gemeinderat beschlossen wurde. Bürgermeister Stefan Altenberger bezeichnete sie als Highlight, „das in die Geschichte Kernens eingeht“. Er lobte Wersch in hohen Tönen („Sie finden immer Zeit für Ihre Feuerwehr“) und dankte ebenso Christian Fischer für sein Engagement. Seine Feuerwehr findet der Schultes „absolut vorbildlich“: „Wir sind froh, dass wir in Kernen so eine zuverlässige Feuerwehr haben.“

Gastredner, IHK-Präsident und neuer CDU-Landtagskandidat Claus Paal hat kein Verständnis dafür, dass Rauchmelder in Baden-Württemberg nicht Vorschrift sind. „Ich werde ab sofort dafür kämpfen“, versprach er.

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 22.03.2010 / Text: Hans-Joachim Schechinger