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Mittwoch, 21.12.2016  
04:16 Uhr

Brand eines Betriebsgebäudes im Gewerbegebiet „Auf der Höhe“. Bereits bei der Anfahrt des ersten Rommelshausener Einsatzfahrzeuges erfolgte die Rückmeldung „Anfahrt auf Sicht“. Flammen schlugen zu diesem Zeitpunkt bereits meterhoch aus dem Dachbereich, weshalb umgehend die Abteilung Stetten nachalarmiert wurde. Die Brandbekämpfung wurde zunächst erschwert, da ein Zugang von der Gebäuderückseite durch den direkt angrenzenden Bahndamm und die örtliche Bebauungssituation nicht möglich war. Die Bahnstrecke Schorndorf – Stuttgart wurde deshalb in Abstimmung mit dem Notfallmanager der Bahn AG zeitweise gesperrt und stromlos geschaltet, damit ein Löschangriff parallel auch über den Bahndamm erfolgen konnte.

Der Brand griff auf Grund der engen baulichen Begebenheiten trotz einer sofort eingeleiteten Riegelstellung rasch auf das Nachbargebäude über, in dem sich ebenfalls eine hohe Brandlast befand. Hier zogen sich die Löscharbeiten bis in den späten Vormittag hinein. Mit einem Radladerfahrzeug des Bau- und Betriebshofes der Gemeinde Kernen i.R. und einem Gabelstapler wurde die noch kokelnde Brandlast teilweise nach außen verbracht, da ein Vorgehen für die Angriffstrupps in der vollgestellten Halle kaum möglich war, was die Nachlöscharbeiten erheblich erschwerte. Ein zu Rate gezogener Baufachmann verwies darauf, dass die Halle nicht mehr begehbar sei, da sich bereits Dachträger verzogen hatten und das Hallendach weiter einzustürzen drohte.

Die beiden Kernener Feuerwehrabteilungen wurden bei den Löscharbeiten unterstützt durch Kräfte der Feuerwehr Fellbach (u.a. Drehleiterfahrzeug). Im weiteren Verlauf, nachdem mit einer längeren Einsatzzeit gerechnet werden musste,  wurden auch zwei Löschfahrzeuge der Fellbacher Feuerwehrabteilung Schmiden nachgefordert, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Kräfte des Rettungsdienstes und der Polizei waren ebenfalls im Einsatz, auch Kreisbrandmeister René Wauro und sein Stellvertreter Rainer Seeger (Fellbach) unterstützten zeitweise die Einsatzleitung.

Die DRK-Bereitschaft Kernen i.R., unterstützt von Kollegen aus Waiblingen, versorgte die Einsatzkräfte in einem Sanitätszelt mit warmen Getränken und später mit einem Imbiss. Bürgermeister Stefan Altenberger, ebenfalls vor Ort, kümmerte sich um die Unterbringung der evakuierten Bewohner und veranlasste, dass die teilweise durchnässten Einsatzkräfte versorgt wurden. Da auf Grund der Minustemperaturen das abfließende Löschwasser gefror, streute der Bauhof die betroffenen Bereiche immer wieder mit Streusalz ab, um die Rutschgefahr einzugrenzen.

Die betroffenen Bewohner konnten sich bei dem Brandereignis rechtzeitig in Sicherheit bringen, mussten jedoch wegen Rauchgasinhalation z.T. vom Rettungsdienst versorgt werden. Eine Person wurde schwer verletzt und in eine Klinik verbracht. Im weiteren Verlauf wurden auch zwei Einsatzkräfte mit Verdacht auf Rauchgasinhalation in das Klinikum Winnenden eingewiesen. Beide konnten aber das Krankenhaus nach kurzer Zeit wieder verlassen.

Nach Abschluss der Löscharbeiten wurde ein Einsatzfahrzeug zur Brandwache vor Ort belassen, da immer wieder kleinere Glutnester aufflammten. Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis in die späten Abendstunden hin. Sachverständige der Kriminalpolizei haben die Ermittlungen zur Brandursache inzwischen aufgenommen. Der Schaden bewegt sich nach ersten Schätzungen im Bereich von mehreren Millionen Euro.

Eingesetzte Fahrzeuge: Florian Kernen 1-11, Florian Kernen 2-11, Florian Kernen 1-23, Florian Kernen 2-23, Florian Kernen 1-45, Florian Kernen 2-41, Florian Kernen 1-74, Florian Kernen 2-51; Drehleiter Fellbach (DLK 23/12) und weitere Fahrzeuge der Feuerwehrabteilungen Fellbach und Schmiden.