Pressemitteilung der Gemeinde Kernen im Remstal vom 22.12.2016

„Es war eine unglaubliche Leistung“, lobt Kernens Bürgermeister Stefan Altenberger alle Helfer, die während des Großbrands im Gewerbegebiet „Auf der Höhe“ in Kernen-Rommelshausen im Einsatz waren: „Mein großer Dank gilt der Polizei, die als erstes an der Brandstelle eintraf und durch ihr beherztes Eingreifen zwei Menschenleben rettete, sowie den 70 Feuerwehrleuten, die bis zur Erschöpfung gegen die Ausbreitung der Flammen kämpften, und natürlich dem DRK, das die Erstversorgung sicherte, ein wärmendes Zelt aufschlug und alle mit heißen Getränken und Brezeln versorgte.“

Es herrschte Ausnahmezustand im und rund um das Rommelshausener Gewerbegebiet, wo sich am frühen Mittwochmorgen gegen 4 Uhr in einer vermieteten Halle des metallverarbeitenden Betriebs Henning ein Brandherd entwickelte, der schnell auf das Gesamtgebäude und anschließend noch auf ein Nachbargebäude übergriff. Starke zwölf Stunden dauerte der Großeinsatz, auftretende Glutnester wurden in der folgenden Nacht noch überwacht. 

„Total unwirklich kam einem das vor. Meterhoch loderten die Flammen“, erzählt Altenberger, der mit vor Ort war und sah, wie die Feuerwehrleute der Kernener und Fellbacher Wehr, die frühmorgens durch den Alarmpiepser aus dem Tiefschlaf gerissen wurden, „stundenlang unter gefährlichsten Bedingungen alles gegeben haben. Jeder wusste, was zu tun war, jeder Handgriff saß. – Das war beeindruckend.“ Dies zeige, dass sich die stetig wiederkehrenden Übungen bewähren, denn im Notfall müsse alles automatisch ablaufen. Ein Restrisiko aber bleibt immer. Mit bangen Blicken verfolgte der Bürgermeister den Einsatz und sah die Männer komplett im Rauch verschwinden, auf Drehleitern nach oben klettern und er sah auch die Erschöpfung in den Gesichtern, wenn die Atemschutzmasken abgenommen wurden. Er stand Seite an Seite mit verzweifelten Betroffenen, die ihre Existenz in Flammen aufgehen sahen, und redete mit besorgten Nachbarn. Zwischendurch chauffierte er Feuerwehrleute, die zur Arbeit mussten, zum Gerätehaus und besorgte auf dem Rückweg Vesper.

„Die Bedingungen für die Helfer waren extrem“, schildert Altenberger: „Es war eisig kalt und die Männer waren irgendwann völlig durchnässt.“ Dann musste der Bauhof noch mit Streusalz aushelfen, denn das Löschwasser gefror in nullkommanichts zur gefährlichen Rutschbahn. Zwei Wasserrohrbrüche behinderten die Löscharbeiten und eine Seitenwand drohte einzustürzen. Zudem erschwerten Fassadenverkleidungen die Lokalisierung der Brandherde und es war ungewiss, was sich noch an gefährlichen Lagermaterialien in der Gewerbehalle befand.“

Peter Schneider, der Rommelshausener Abteilungskommandant, gab am Donnerstagmorgen ein kurzes Fazit im Rathaus. Auch er ist froh, dass die vielen Rädchen gut ineinandergriffen. Vor allem denkt er dabei „an den Stressmoment, als feststand, dass man eine Wasserleitung über die Gleise legen muss – da musste schnell der Bahnverantwortliche informiert werden, der die Sperrung der Strecke veranlasste wie auch die Erdung der Oberleitung.“ Relativ bald sei vor Ort klar gewesen, dass die Gewerbehalle nicht zu retten sei, so Schneider. So galt es, die Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Und dabei spielten nicht nur die Flammen selbst, sondern vor allem die enorme Wärmeentwicklung und die Baumaterialien eine Rolle. „Der Übergriff auf das Nachbargebäude, einen Dachdeckerbetrieb, erfolgte letztlich rein durch die Hitze“, so Schneider

Die Hilfsbereitschaft seitens der Anwohner war ebenfalls groß, loben sowohl der Kommandant als auch Bürgermeister Altenberger. Und einzelne Firmeninhaber haben bereits Ersatzhallen angeboten.