„Bürgerinitiative“ funkt bald digital

Stetten. Rückkehr zur Normalität bei der Hauptversammlung der Abteilung Stetten in der Freiwilligen Feuerwehr. Von Eva Herschmann

Was die Zahl der Einsätze betrifft, hat die Freiwillige Feuerwehr Kernen ein recht ruhiges Jahr 2009 erlebt. Gebrannt hat es aber unter dem Dach der Abteilung Rommelshausen (wir haben berichtet). Bei der Hauptversammlung der Stettener Abteilung am Samstag war eine Rückkehr zur Normalität erkennbar. Nicht nur mit dem Großbrand in der Hindenburgstraße in der vergangenen Woche ist der Feuerwehralltag in Kernen wieder einkehrt.

Die internen Personaldiskussionen seien ohnehin „in viel zu großem Umfang und zu laut über die Bühne gegangen“, sagte Christian Fischer, der scheidende Abteilungskommandant der „Römer“ Feuerwehr. Fischer, der bei der Hauptversammlung der Gesamtwehr im März erneut für das Amt als Stellvertreter von Gesamtkommandant Andreas Wersch kandidieren wird, kam zur Versammlung der Stettener Abteilung mit seinem „Römer“ Noch-Stellvertreter Andreas Pfänder ins Feuerwehrgerätehaus. Im Blickpunkt standen am Samstag aber andere Gäste. Andreas Schmidt von der Freiwilligen Feuerwehr Waiblingen, der die Nachfolge von Kreisbrandmeister Reinhard Kowalzik antreten will, oder Claus Paal, der Präsident der Bezirkskammer Rems-Murr der Industrie- und Handelskammer. CDU-Bundestagsabgeordneter Joachim Pfeiffer erklärte die Feuerwehr zur „mutigsten Bürgerinitiative“ und versprach, man wolle die Rahmenbedingungen weiter verbessern. Bürgermeister Stefan Altenberger rühmte den tapferen Kampf gegen die Feuersbrunst und den Arbeitseinsatz mit Pinsel und Farbeimern im Gerätehaus. Um die Fassade werde sich die Gemeinde kümmern.

Voran geht es wohl endlich mit dem digitalen Funk. 200 Sendemasten seien bereits aufgestellt, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Hans Heinz: „Vermutlich im April oder Mai wird eine Pilotleitstelle für Digitalfunk im Rems-Murr-Kreis eingerichtet.“ Der Stettener Abteilungskommandant und Kernener Gesamtkommandant Andreas Wersch hatte zuvor noch süffisant angemerkt, dass gerade mal noch zwei Länder in Europa den Analogfunk nutzten: „Deutschland ist auf Augenhöhe mit Albanien.“

Die Stettener Mannschaft liegt mit ihrer Frauenquote deutlich über dem Landesdurchschnitt. 57 Mitglieder hat die Wehr, darunter fünf Frauen. Das sei eine Quote von knapp zehn Prozent, sagte der Kommandant. 36 Mal rückte die Truppe 2009 aus, absolvierte viele Übungseinheiten, besuchte Lehrgänge und trainierte in der mobilen Brandübungsanlage. „Der Faktor Mensch ist und bleibt die wichtigste Ressource“, sagte Wersch und freute sich über die Beförderungen von Manfred Sauer, Markus Medinger, Klaus Eisele und Ulrich Bellon zum Oberlöschmeister und von Rainer Stilz zum Löschmeister. Geehrt wurde Herbert Schmid für 41 Jahre Dienst. Inzwischen zählt er zur Alterswehr, steht nicht mehr in vorderster Front bei der Brandbekämpfung, aber noch immer als Helfer bei Festen.

Quelle: Fellbacher Zeitung vom 22.02.2010
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