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Erwin Borck 60 Jahre bei der Feuerwehr

Am Wochenende trafen sich die Stettener „Floriansjünger“ mit zahlreichen Gästen aus der Kommunal-, der Bundes- und Landespolitik zur jährlichen Abteilungsversammlung unter dem imposanten Dachgebälk der Stettener Glockenkelter. Den furiosen Auftakt lieferte der Kreisspielmannszug unter der Leitung von Kreisstabführerin Stefanie Walter mit Stücken wie dem „Fliegermarsch“ oder „Scotland“.

Kommandant Andreas Wersch zog in seinem Jahresrückblick Bilanz über das Jahr 2014. Mit 44 Einsätzen sprach er von einem „eher ruhigen Einsatzjahr“; die Kernener Gesamtwehr wurde immerhin 81 mal alarmiert. Das wäre im Vergleich zum Vorjahr, bei dem die Feuerwehr 103 mal zu Hilfe gerufen wurde, zwar ein Rückgang, im Mittel der letzten 20 Jahre sei bei den Einsatzzahlen aber ein deutlicher Trend nach oben erkennbar. Die zunehmende Aufgabenvielfalt fordere nach Ansicht des Kernener Kommandanten nicht nur einen hohem Zeitaufwand, sondern ein ständig wachsendes, umfassendes Spezialwissen von den Einsatzkräften. Das wiederum sei „kaum noch ehrenamtlich zu erfüllen“, resümierte Wersch v.a. mit Blick auf den wachsenden Verwaltungsaufwand bei den Führungskräften und bei den Gerätewarten, die für die Wartung und Pflege der Einsatzfahrzeuge und Geräte verantwortlich sind. „Allein die neue Abgasnorm Euro VI erfordert von unseren ehrenamtlich tätigen Gerätewarten viele zusätzliche Arbeitsstunden“, so der Kommandant. Viele Kommunen rund um Kernen haben sich daher längst entscheiden, diese wichtige Aufgabe durch hautamtliche Kräfte erfüllen zu lassen. So würde auch die Stadt Weinstadt in diesem Jahr einen Gerätwart in der Besoldungsstufe TVöD 8 einstellen.

50 Männer und vier Frauen versehen derzeit ihren Dienst ehrenamtlich in der Stettener Abteilung. Hinzu kommen die Mitglieder der Altersabteilung, immerhin 14, und die Jugendfeuerwehr – in Rommelshausen und Stetten sind es derzeit 22 Jungs und Mädels. „Darauf lässt sich bauen“, so Wersch. Aus der Jugendfeuerwehr neu in die Einsatzabteilung aufgenommen wurden im Rahmen der Abteilungsversammlung Daniel Eißele und, in Abwesenheit, Paul Lambiyano. Befördert wurde auch: Rainer Stilz wird nach erfolgreicher Ausbildung zum Zugführer künftig als „Brandmeister“ ausrücken.

Bürgermeister Stefan Altenberger sparte nicht mit Lob, hob die neu beschaffte Einsatzbekleidung hervor und verwies mit Blick auf die aktuelle Haushaltslage der Gemeinde darauf, dass die bereits bei der Vorjahresversammlung von ihm verkündeten neuen Uniformen nun doch noch etwas auf sich warten lassen müssten.

Erwin Borck 60 Jahre in der Feuerwehr

Mit Uniformen hat Erwin Borck so seine Erfahrungen gemacht. Seit 60 Jahren ist er nun schon dabei, doch an den Uniformen sei früher gespart worden. Bei seinem 25jährigen Dienstjubiläum habe sich der damalige Kreisbrandmeister Karl „Florian“ Idler gar geweigert, ihm das Ehrenzeichen anzuheften, weil er keine Feuerwehruniform besaß. Flugs beschaffte der damalige Bürgermeister Werner Jäckle dem Jubilar eine Kluft, und die Ehrung konnte nachgeholt werden. Diese passe ihm noch heute, verkündete Borck nicht ganz frei von stolz. Werner Wilhelm, langjähriger Zugführer in der Stettener Einsatzabteilung, wechselt mit Erreichen der Altersgrenze in die Alterskameradschaft über.