93 000 Euro kostete der Gerätewagen Transport der Rommelshausener Wehr / Übergabe anlässlich der Tage der offenen Tür

Tage der offenen Tür bei der Feuerwehr Rommelshausen: Mit der Übergabe eines nagelneuen Gerätewagens (GW-T) nahm das Fest einen furiosen Auftakt. 93 000 Euro kostete das Fahrzeug auf einem MAN-Chassis mit mehreren Einsatzmodulen. „Wir haben das Maximale für das Geld herausgeholt“, sagt Kommandant Peter Schneider.

Die komplette Mannschaft stellte sich beim Feuerwehrgerätehaus vor dem blitzblanken Transportfahrzeug nach der offiziellen Übergabe durch Bürgermeister Stefan Altenberger auf. Der Kernener Rathauschef hatte den Römer Abteilungskommandanten Peter Schneider um einen pfleglichen Umgang mit dem neuen Gerät gebeten: Nachdem das Vorgängermodell, ein betagtes Löschgruppenfahrzeug, 31 Jahre Dienst getan habe, sollte der 179 PS starke Gerätewagen mindestens 40 Jahre halten – hofft er. Dass in Rommelshausen nun ein Transportfahrzeug ein vorrangig auf Brandbekämpfung ausgelegtes Löschgruppenfahrzeug LF 8-TS ablöst, ist laut Peter Schneider der neuen Einsatztaktik geschuldet.

Der neue Gerätewagen Transport ist mit Modulen bestückt: für Hochwassereinsatz, technische Hilfeleistung, Ölspurbeseitigung, Stromerzeugung und Atemschutzgeräten. Zudem hat er Sitzplätze für sechs Feuerwehrleute. Der Lkw führt einen Wasser-Staub-Sauger, eine Elektropumpe, eine Zugeinrichtung für schwere Lasten, eine Hebe-Winde und vieles mehr mit sich. Einsatztaktisch sei das Fahrzeug für den „zweiten Abmarsch“ vorgesehen, falls es nicht direkt und gezielt für technische Aufgaben wie Ölspurbeiseitigung mit Besen und Ölbinder ausrückt, erklärt Abteilungskommandant Schneider. Wobei der Gerätewagen zwar im Römer Feuerwehrgerätehaus stationiert, seiner Funktion nach aber der Kernener Gesamtwehr zugeordnet ist.

Das ausgemusterte, 31 Jahre alte Löschgruppenfahrzeug der Römer Abteilung hat die Gemeinde an einen Liebhaber von Feuerwehrautos verkauft. Schultes Altenberger nimmt das als Zeichen für einen pfleglichen Umgang: Die Römer Feuerwehrleute achteten auf ihr Material. Der Verkaufserlös und ein Landeszuschuss über 15 000 Euro hat die Anschaffungskosten von stolzen 93 000 Euro für den GW-T deutlich verringert. Zumal vergangene Woche auch noch der Abteilung Stetten ein neuer Einsatzleitwagen zugestellt worden ist.

Bei der großen Schauübung am Samstagnachmittag anlässlich der Tage der offenen Tür kam der neue Transport-Lkw noch nicht zum Einsatz. Übungsszenario war ein Brand infolge eines technischen Defekts im zweiten Obergeschoss des Alten Schulhauses. Zum Drehbuch des Einsatzes gehörte die Annahme, dass vier Kinder, die in einem Raum eingeschlossen waren, mit Hilfe der Drehleiter aus Fellbach gerettet werden mussten. Rauch drang aus den Fenstern. Das Gebäude war unter Einsatz von Atemschutzgeräten nach Opfern zu durchsuchen. Der Rest der Aufgabe für die übenden Feuerwehrkameraden: Brandbekämpfung.

Aktuell stünden in Rom keine größeren Geräteinvestitionen mehr an, sagt der Abteilungskommandant. Eine tragbare Pumpe sei ausgefallen, doch die teure Reparatur erspare man sich: „Wir behelfen uns.“

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 30.05.2011 / Text: Hans-Joachim Schechinger