Beim Feuerwehrfest kommt Flüssiges aus Rohren, Schläuchen, Fässern und Wolken

Mit Flüssigem kennen sich Feuerwehrleute aus. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kernen Abteilung Rommelshausen hatten es bei ihrem Tag der offenen Tür aber nicht nur mit Löschwasser aus Rohren und Schläuchen zu tun. Zum Auftakt des Feuerwehrfests am Freitagabend goss es in Strömen, dennoch flossen Bier und Wein aus Fässern und Flaschen. Bei der großen Schauübung am Samstagnachmittag hielten die Wolken dicht, dafür spritzten die Gastgeber mehr als gewollt: Aus einem Standrohr im Untergrund schoss einige Sekunden lang eine Wasserfontäne in die Höhe.

Peter Schneider, dem Abteilungskommandanten der „Römer“, konnte rein gar nichts die gute Laune verderben. Alle zwei Jahre feiert die Feuerwehr ein Fest beim Gerätehaus, diesmal hatten die Brandschützer einen echten Anlass. Zur Eröffnung überreichte der Kernener Bürgermeister Stefan Altenberger der Abteilung die Schlüssel für ein neues Löschgruppenfahrzeug. Mit 179 Pferdestärken und einem Leergewicht von 7,49 Tonnen sei es eine „kleine Rakete“, sagte der Schultes. „Damit dürfte sicher gestellt sein, dass die Feuerwehr schnell an Ort und Stelle ist.“ Den ersten Einsatz hat das feuerrote Mobil bereits hinter sich, beim Brand in einem Wohngebäude auf der Hangweide vor wenigen Tagen (wir haben berichtet).

Am vergangenen Wochenende waren die Feuerwehrangehörigen aus Rommelshausen wieder im Einsatz. Diesmal hantierten sie jedoch nicht mit C-Rohren, sondern mit Grillzangen. Die Gäste strömten in die Seestraße vor die große Bühne, auf der drei Tage die Musik spielte. Zur Unterhaltung traten K.u.r. aus Kernen auf, die Band Ricardos aus Bayern, SixPack aus dem Raum Esslingen, der Spielmannszug der Freiweilligen Feuerwehr Waiblingen und das Akkordeonorchester Rommelshausen.

Für die Kinder waren die Rundfahrten in den Feuerwehrautos ein großer Spaß, und für alle die Schauübung vor der alten Schule.
Mehr als 150 Zuschauer hatten sich pünktlich eingefunden und mussten erst einmal auf den Bus warten. „Wenn er durch ist, haben wir ein Zeitfenster von exakt 30 Minuten, dann kommt der nächste“, sagte Abteilungskommandant Peter Schneider. Doch ausgerechnet am Samstag hatte der Bus Verspätung, und so mussten sich die „Römer“ beeilen, mit der Drehleiter die Kinder aus dem zweiten Stock zu retten und das Feuer zu löschen, das laut Drehbuch durch einen technischen Defekt entfacht wurde. Auch das Sprungkissen kam zu Einsatz. Aus Sicherheitsgründen flog allerdings kein Mensch, sondern eine Puppe in hohem Bogen mitten hinein.

Peter Schneider nutzte die Aufmerksamkeit, um die Schaulustigen dabei über die Gefahren von Feuer aufzuklären. In Deutschland würden jährlich im Schnitt zwischen 10 000 und 15 000 Menschen bei Bränden verletzt, sagte der Abteilungskommandant. Immer wieder seien auch Tote zu beklagen: „Und 80 Prozent davon sterben an Rauchgasvergiftung.“ Dieses Schicksal blieb den Eingeschlossenen in der alten Schule erspart. Rechtzeitig bevor der nächste Bus um die Ecke bog, hatten die „Römer“ Feuerwehrangehörigen alle in Sicherheit gebracht.

Quelle: Fellbacher Zeitung vom 30.05.2011 / Text: Eva Herschmann