Gerste, Hopfen, Malz und Wasser – mehr darf nach dem Reinheitsgebot vom 23. April 1516 nicht in deutsches Bier. Dass aus so wenigen Zutaten ein durchaus schmackhaftes Getränk entstehen kann, ist hinlänglich bekannt. Am letzten Wochenende konnte sich eine Delegation der Feuerwehrabteilung Stetten selbst ein Bild machen, wie Bier entsteht. Im „Schwanenbräu“ in Ehingen zeigte Diplom-Braumeister Michael Miller seinem interessierten Publikum vom ersten Schritt bis zum fertigen Produkt, wie „Bierbrauen“ funktioniert. Dabei durfte auch selbst Hand angelegt werden.

In den Braupausen bot Michael Miller seinem staunenden Publikum interessante und teilweise bislang unbekannte Einblicke in die Welt des Bierbrauens. Natürlich wurde die Produktpalette der Ehinger Spezialitätenbrauerei ausgiebig verkostet: besonderen Zuspruch beim sachkundigen Publikum fanden das Zwickel, das Rauchbier, aber auch das „schwarze“ Jubelbier. Auf Wunsch oder einfach mal Zwischendurch durfte auch dem alkoholfreien Produkt zugesprochen werden. Begleitet wurde der Workshop von einem leckeren Fünf-Gänge-Menü, bei dem ebenfalls das Bier im Mittelpunkt stand – vom Biertreberbrot zum Griebenschmalz über den deftigen Biergulasch bis zum Apfelküchle mit Bierliköreis. Zwischendurch gab Miller auch Rätsel auf: in kleinen Gläsern wurden bekannte deutsche Biere blind verkostet. Während beim Jever Pilsener noch die meisten falsch lagen, wurde das Köstritzer von (fast) allen treffsicher erkannt. Abschließend musste ein „Bier-Quiz“ schriftlich bearbeitet werden, ehe es für die in Theorie und Praxis bestens eingewiesenen Feuerwehrmänner und -frauen ein honoriges „Brauerdiplom“ gab.

Und was wurde aus dem Eigenprodukt der Feuerwehrleute, dessen Brauvorgang akribisch vom Einmaischen über die Eiweißrast bis zum Abmaischen an einer Tafel dokumentiert wurde? Noch am späten Abend konnte das frisch gebraute Exportbier in ein 50-Liter-Fass gefüllt werden und seinen Reifungsprozess antreten. Nach einer etwa vier Wochen dauernden Lagerung im Keller der Brauerei wird es „trinkfertig“ sein und seine Reise nach Stetten antreten.