dsc_5893_720x250

International bekannter Brandschutzforscher Prof. Dr. Michael Reick zu Gast bei der Kernener Feuerwehr

Michael Reick ist ein ausgewiesener und international anerkannter Fachmann für den Vorbeugenden Brandschutz, dem daran gelegen ist, seine Erfahrungen in die Einsatzpraxis der Feuerwehren einfließen zu lassen. Vorträge hält er in der Regel nur bei Fachkongressen oder vor Studierenden im Rahmen seiner Vorlesungstätigkeit an der Universität Stuttgart und der Hochschule Biberach. So war es die Ausnahme, dass er nun auf Grund persönlicher Verbindungen zum Kernener Feuerwehrkommandanten Andreas Wersch (beide sitzen im Vorstand des Landesfeuerwehrverbandes) einen Vortag vor den Stettener Brandschützern hielt.

Dr. Reick hat Bauingenieurwesen an der Uni Stuttgart und an der Universität von Calgary (Kanada) studiert, auch ein Forschungssemester in Neuseeland absolviert. Danach war er u.a. als Referatsleiter an der Forschungs- und Materialprüfungsanstalt Baden-Württemberg tätig. Promoviert hat er zum Thema „Brandverhalten von Befestigungen in Beton“.  Michael Reick hat seit 1996 verschiedene Lehraufträge an der Uni Stuttgart und der Hochschule Biberach, 2010 hat er dort eine Professur erhalten. In Biberach finden auch alljährlich die von ihm organisierten „Brandschutztage“ statt. Regelmäßige Forschungsreisen führen ihn in die USA und nach Kanada. Darüber hinaus ist er seit 17 Jahren als Kreisbrandmeister im Landkreis Göppingen tätig und im Vorstand des Landesfeuerwehrverbandes Fachgebietsleiter für den Vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutz. Er vertritt den Landesverband in diesem Bereich auch beim Deutschen Feuerwehrverband (DFV).

In seinem mit vielen interessanten Videobeispielen unterbauten Vortrag über die Einsatztaktiken bei Brandfällen zeigte der Professor auf, welche fatalen Fehler begangen werden können, wenn auf die falsche Taktik gesetzt wird. Neueste Ergebnisse der Brandschutzforschung in den USA bieten zwar spannende Einblicke in die Arbeit der amerikanischen Feuerwehren, ließen aber im sachkundigen Publikum des Öfteren ein Schmunzeln, manchmal ein Entsetzen und die von Reick durchaus provozierte Frage aufkommen, ob denn wirklich alles gut ist, was von den „Firefightern“ aus den Staaten komme. Reick antwortete dennoch diplomatisch: vor die Wahl gestellt, wäre er lieber mit einer deutschen Feuerwehr im Einsatz, so der Brandschutzexperte augenzwinkernd. Dennoch gäbe es in den Staaten zahlreiche mit umfangreichen Forschungsgeldern unterstützte Projekte der Brandschutzforschung, die auch uns in Deutschland wichtige Erkenntnisse über das Brandverhalten lieferten und die „bei uns gar nicht möglich wären“. Reick war allein im Jahr 2016 viermal zu einem Forschungsaufenthalt in den USA.

Bekannt geworden ist Michael Reick aber nicht nur durch zahlreiche Publikationen, sondern v.a. durch seine „Erfindung“, die seit Jahren auch bei der Kernener Feuerwehr erfolgreich eingesetzt wird: den „Reick Smoke Stopper“, einen Mobilen Rauchverschluss, der bei den Feuerwehren weltweit inzwischen zum Standard geworden ist. Damit wird bei einem Wohnungsbrand verhindert, dass der gefährliche Brandrauch sich im Treppenhaus ausbreiten kann, dort großen Schaden anrichtet und den Flucht- und Rettungsweg für Menschen und Einsatzkräfte versperrt. Selbstredend, dass der Mobile Rauchverschluss (einer der ersten, die damals verkauft wurden – wie Reick sofort an der Seriennummer erkannte) spontan auf Wunsch der Stettener „Floriansjünger“ vom Patentinhaber signiert wurde. Das ist nachweislich einmalig bei all den tausenden Smoke-Stoppern, die inzwischen weltweit im Einsatz sind…

dsc_5913_800x533