Das Unwetter am Sonntag zeigt laut Feuerwehrchef Wersch, dass Hochwasser in Stetten erst nach dem Damm entsteht

Waiblinger KreiszeitungDas Unwetter am Sonntagabend, bei dem die Wasserpegel an der Seemühle bedenklich stiegen, während sie beim Stauwehr Krebenweg kaum erhöht waren, belegt aus Sicht von Feuerwehrkommandant Andreas Wersch die Vermutung, „dass der Haldenbach hauptsächlich erst nach dem Krebenweg gespeist wird“. Ein Argument, das für die Dammplanung wichtig ist.

Die Feuerwehr hat beim Einsatz am Sonntagabend, wie bei Unwetterlagen üblich, auch die Pegelstände am Stettener Haldenbach überprüft und überwacht. Dabei sei beobachtet worden, so Wersch, dass beim Stauwehr „Krebenweg“ der Wasserstand nur mäßig erhöht war. „Der Pegel am Feuerwehrhaus war erhöht, jedoch nicht bedenklich. An der Seemühle waren die Pegel von Haldenbach und Strümpfelbach allerdings merklich erhöht“, teilte der Kernener CDU-Fraktionschef mit. „Gegen 20.30 Uhr war der Pegel circa 30 bis 40 Zentimeter unter der Brücke, jedoch rückläufig, ebenso auch die Fließgeschwindigkeit. Dies stützt die These, dass bei Starkregen – diesmal aus Richtung Osten und nicht im „Mäurach“ entstanden – der Haldenbach hauptsächlich erst nach dem Krebendamm gespeist wird“, so Andreas Wersch.

Ein wichtiges Argument in der aktuellen Diskussion um die Millionen Euro teure Erhöhung des Rückhaltewehrs am Krebenweg. Natürlich schlössen die Messungen nicht aus, dass auch Wasser von der Talseite einfließt, sagt Wersch. „Das letzte Hochwasser am 12. April 1994 belegt dies. Hiernach gab es im Gemeinderat den Beschluss, den Damm zu verdichten und zu erhöhen, was auch ausgeführt wurde. Problematisch waren damals die Quellen der Diakonie, weshalb der Damm nicht weiter erhöht wurde. Man befürchtete damals, dass die Quellen überflutet und mit Bakterien o.ä. kontaminiert werden könnten.“

Es gibt offenbar ein Dammgutachten aus den 80er Jahren. Bürgermeister Haußmann sagte schon 1987 zur mittelfristigen Finanzplanung, dass „bis 1988/1990“ ein Neubau des RÜB Krebenweg erfolgen solle. Im Haushaltsplan 1986 ist die Rede davon, dass Gesamtkosten in Höhe von drei Millionen Mark für Hochwasserschutzmaßnahmen geplant seien. Wersch weist darauf hin, dass die CDU-Fraktion der Verwaltung empfohlen habe, mit dem Bundesamt für Wasserwirtschaft (BAW) in Karlsruhe Verbindung aufzunehmen. Dieses führt in Zusammenarbeit mit den Virtual-Dimension- Centern in Fellbach und St. Georgen Hochwassersimulationen durch.

WKZ vom 12.08.2015 / Text: Hans-Joachim Schechinger