Andreas Wersch und sein Stellvertreter Peter Schneider werden im Amt bestätigt.

Wenn eine Hauptversammlung nur alle fünf Jahre stattfindet, dann darf der Rückblick schon mal etwas umfangreicher sein. Weil der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Kernen, Andreas Wersch, und sein Stellvertreter Peter Schneider am Samstagabend im neuen Bürgerhaus aber Entertainerqualitäten bewiesen haben, fiel die Rückschau durchaus kurzweilig aus. Parallel zum von Markus Medinger gestalteten filmischen Rückblick übte sich das bei den späteren Wahlen mit deutlichem Votum im Amt bestätigte Duo in einem sprachlichen Wechselspiel, bei dem Ironie und Humor nicht zu kurz kamen.

Dabei hatten sie eigentlich wenig Belustigendes zu berichten, denn hinter den 475 Einsätzen der vergangenen fünf Jahre verbergen sich viele individuelle Schicksalsschläge. ‚Es waren Einsätze dabei, die an die Belastungsgrenzen unserer Einsatzkräfte gingen, teilweise sogar darüber hinaus‘, sagte Andreas Wersch. Der mittlerweile seit 18 Jahren amtierende Chef der Kernener Wehr verwies exemplarisch auf einen Brand in der Stettener Hindenburgstraße, der die ehrenamtlichen Helfer bei minus neun Grad mitten in der Nacht über Stunden in Atem hielt. Weniger dramatisch, teilweise aber durchaus kostenträchtig, waren Einsätze wie die Rettung einer herzkranken Hundedame oder eines Kätzchens, beide aus einem Kanalrohr. ‚Man sieht: Die Feuerwehr ist Mädchen für alles‘, sagte Peter Schneider.

Die 96 Männer und sechs Frauen der beiden Einsatzabteilungen waren aber nicht nur bei Bränden, Gewässerverunreinigungen, Sturmschäden und Chlorgasaustritten unterwegs. Seit 25 Jahren stellt die Feuerwehr Kernen beispielsweise mit Emil Knoll und Ralf Kellner Chemiefachberater für den Rems-Murr-Kreis. Ebenfalls auf Kreisebene arbeiten Christian Fischer, Markus Medinger und Andreas Wersch im Führungsstab mit. Nicht nur den 22 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr kommt eine realitätsnahe Ausbildung zugute, die unter anderem mit Hilfe einer mobilen Brandsimulationsanlage erfolgt.

Der Einsatz bei der Feuerwehr wird nach Ansicht von Andreas Wersch und Peter Schneider durchaus gewürdigt. Der Gemeinderat hat zwei neue Einsatzfahrzeuge als Ersatz für veraltete Wagen beschlossen, und eine neue Einsatzbekleidung samt besser schützender Helme gab es auch. Damit ‚zeigen Gemeinderat und Bürgermeister auch ihre Wertschätzung gegenüber der Feuerwehr‘, sagte Peter Schneider. Wertschätzung in mündlicher Form kam anschließend vom Landtagsabgeordneten Claus Paal, vom Leiter des Kernener Polizeipostens, Volker Hehl, vom Vorstandsvorsitzenden der Diakonie Stetten, Rainer Hinzen, sowie von den ebenfalls als sprachliches Duo auftretenden Kreisbrandmeister Andreas Schmidt und Georg Spinner, dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbands. Viel Lob gab es zudem von Bürgermeister Stefan Altenberger, der sich noch mehr Zusammenarbeit wünscht und gar die Idee eines gemeinsamen Feuerwehrhauses ins Spiel brachte: ‚Vielleicht kriegen wir es ja hin, dass das Ortsteildenken in den Hintergrund tritt.

Über ihre jeweiligen Ortsteile hinaus engagiert haben sich Sina Michalke und Thomas Schneider, die als Jugendgruppenleiter mit der silbernen Ehrennadel der baden-württembergischen Jugendfeuerwehr ausgezeichnet wurden. Für seine Leistungen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit erhielt Markus Medinger das Ehrenzeichen des Kreisfeuerwehrverbands Rems-Murr. Sie und ihre Kollegen würden von der Erfüllung eines dringenden Wunschs ihres Kommandanten profitieren: Mehr Parkplätze sind vor dem ‚Römer‘ Feuerwehrgerätehaus notwendig: ‚Was dort passiert, ist eine Zumutung‘, sagte Andreas Wersch und verwies auf die schwer einzuhaltenden gesetzlich vorgegebenen Hilfsfristen.

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Quelle: FZ vom 01.07.2015, Michael Käfer Foto: Michael Käfer