Symbol_Unwetter_3Der Sommer ist da. Sonnige Tage im Park, am See oder auf dem eigenen Balkon sind uns sicher. Doch mit den Temperaturen steigt auch die Gefahr für Starkregen wie die vergangenen Tage jüngst zeigten. Die Wassermassen können im schlimmsten Fall zu Schlammlawinen und Überschwemmungen führen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt Tipps, wie Sie sicher durch einen sommerlichen Starkregen kommen.

Sehr viel Niederschlag in sehr kurzer Zeit: So kurz und knapp lässt sich das Phänomen Starkregen beschreiben. Das BBK erarbeitet Maßnahmen und Empfehlungen, um die Bevölkerung auf die Herausforderungen extremer Wetterlagen vorzubereiten. Bei einem Starkregenereignis können so große Wassermassen buchstäblich vom Himmel fallen, dass ihnen weder Gebäude noch Infrastrukturen gewachsen sind: Keller laufen voll, Straßen stehen unter Wasser, Kanalisationen werden überflutet, im schlimmsten Fall werden Häuser unterspült und selbst kleine Bäche können sich in reißende Flüsse verwandeln.

Ruhe bewahren, Abstand halten – Verhalten im Notfall

Wer in eine Starkregenfront gerät, sollte Unterführungen, Mulden, Tunnel und die Nähe von Wasserläufen meiden. Wer mit dem Auto unterwegs ist, fährt so bald wie möglich rechts ran. Fußgänger und Radfahrer sollten idealerweise ein Gebäude mit Blitzschutz aufsuchen. Doch was tun, wenn das eigene Haus oder ein benachbartes Gebäude tatsächlich durch einen Erdrutsch oder eine Sturzflut beschädigt oder sogar zum Einsturz gebracht wurde und Menschen verletzt sind? Auch hier gilt das oberste Gebot:

Raus aus der Gefahrenzone! Konkret heißt das, den betroffenen Ort auf dem schnellstmöglichen Weg zu verlassen. Wenn möglich, helfen Sie auch anderen, solange Sie sich dabei selbst nicht in Gefahr bringen. Draußen sollte stets ein Sicherheitsabstand zum beschädigten Gebäude eingehalten werden. Eine sichere Entfernung lautet ungefähr die Hälfte der ursprünglichen Haushöhe. Sollten Menschen verschüttet worden sein, rufen Sie Hilfe herbei oder wählen Sie den Notruf 112.

Sich vorbereiten auf das Unvorhersehbare

Wie wichtig das Wissen um das richtige Verhalten bei Starkregen ist, unterstreichen aktuelle Statistiken: Laut Zahlen der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Munich Re hat sich die Zahl folgenschwerer Stürme, Regenfälle und anderer wetterbedingter Naturkatastrophen in Deutschland seit den 1970er Jahren mehr als verdreifacht.

Der Deutsche Wetterdienst geht in einer gemeinsam mit dem BBK und weiteren Partnern durchgeführten Studie davon aus, dass die Anzahl der Starkniederschläge in den nächsten 30 Jahren stark zunehmen könnte.

Das Besondere an Starkregen ist: Er ist schlecht vorherzusagen. Während andere Wetterphänomene, wie zum Beispiel Stürme, sich über längere Zeit entwickeln, treffen uns Extremniederschläge oft überraschend, zum Beispiel im Zuge von Gewittern. Darüber hinaus kann es sich um sehr lokale Phänomene handeln. Warnungen sind dadurch oft nur sehr kurzfristig möglich. Wenn es zu einem solchen Ereignis kommt, gehen bei den Leitstellen sehr viele Notrufe auf einmal ein, die Einsatzkräfte arbeiten auf Hochtouren.

Umso wichtiger ist es, dass alle mit ihrem Verhalten dazu beitragen, Starkregenfälle und andere Gefahrensituationen sicher zu überstehen, indem alle sich vorab informieren und vorbereiten. Neben baulichen Maßnahmen am Eigenheim und Erste-Hilfe-Kursen kann die eigene Vorsorge durch gezielte Information über Risiken und die private Vorbereitung auf Notfälle zur Sicherheit beitragen.

Pressemitteilung BKK 12.08.2013

Diese und andere nützliche Faustformeln zum eigenen Schutz und wie man Dritten helfen kann, finden Bürgerinnen und Bürger im Flyer „Verhalten bei besonderen Gefahrenlagen“, den das BBK kostenlos bereitstellt.