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Ihre Feuerwehr informiert:
Am letzten Wochenende riefen auf Grund der in den Medien prognostizierten Hochwassererwartungen zahlreiche besorgte Bürgerinnen und Bürger bei der Feuerwehr Kernen i.R. an, um weitere Informationen zu erhalten. Aus diesem Grund möchte die Feuerwehr ein paar grundsätzliche Hinweise für das richtige Verhalten bei nahenden Hochwasserlagen auf dem Gemeindegebiet geben.

Während es im Ortsteil Stetten bedingt durch seine Tallage bei Dauerregen oder Starkregen schnell kritisch wird, blieb es in Rommelshausen relativ entspannt. Die örtliche Feuerwehr beobachtete im Zusammenwirken mit Bauhofleiter Uwe Heinrich regelmäßig die Pegelstände am Haldenbach und seinen Nebengewässern und stand in Verbindung mit dem Führungsstab in Winnenden, wo die Wetterprognosen für den Rems-Murr-Kreis ausgewertet und die Pegelstände an Rems und Murr laufend überwacht wurden.

Am Freitagvormittag wurde die Situation im Landkreis kurzzeitig kritisch, insbesondere der Raum Backnang / Murrhardt / Welzheim war stark betroffen. Doch im Laufe des Nachmittags stabilisierte sich die Lage, nachdem es aufgehört hatte zu regnen. Die beiden Feuerwehrabteilungen standen in Bereitschaft, um die auf dem Kreisgebiet betroffenen Gemeinden mit Sandsäcken und Pumpen zu unterstützen; zwei Führungskräfte der Kernener Wehr waren von Freitag an bis Samstagmorgen ununterbrochen im Führungsstab des Rems-Murr-Kreises eingesetzt und konnten die Entwicklungen aus erster Hand an die Kameraden am Ort weitergeben. Im Laufe des Freitages trat der Haldenbach an verschiedenen Stellen im Tal und im Waldbereich zunächst über seine Ufer. Feldwege waren deshalb teilweise nicht mehr befahrbar und wurden vorsorglich vom Bauhof gesperrt. Der Pegel des Bachlaufes im Ortsteil Stetten war zeitweise zwar kritisch, doch blieben Überschwemmungen und vollgelaufene Keller zum Glück aus.

Nachdem die für die Nacht prognostizierten Niederschläge ausblieben bzw. andernorts abregneten, wurde am frühen Morgen Entwarnung gegeben und der Krisenstab des Landkreises aufgelöst. Auch in Stetten bestätigte sich dieser Eindruck, die Pegelstände am Haldenbach gingen bis zum Morgen spürbar zurück. Die Feuerwehr war mit dem Bauhof noch einige Stunden am Vormittag unterwegs, um verkantetes Schwemmholz zu beseitigen, das z.B. den Schieber am Rückhaltebecken im Krebenweg blockierte.

Im Gegensatz zu den Vorjahren blieb es also diesmal in Rommelshausen und Stetten „relativ ruhig“. Dennoch war die Bürgerschaft in der Folge der breiten Medienberichterstattung mit ständigen Katastrophenwarnungen teilweise beunruhigt und forderte zu Recht Informationen ein.

Zu den zahlreichen Anfragen von Freitag und Samstag hat die Feuerwehr Kernen i.R. ein paar grundsätzliche Empfehlungen: Die Bürgerinnen und Bürger sollten überflutetes Gelände weitgehend meiden. Insbesondere sollten Kinder trotz aller Neugier ermahnt werden, dass der Bachbereich kein Spielgelände ist. „Überflutete Straßen und Wege bergen auch für Auto- und Zweiradfahrer Risiken und sind zu meiden, ebenso der Uferbereich. Auch Unterführungen, Tiefgaragen oder Keller sind in Überschwemmungsgebieten kein sicherer Aufenthaltsort – denken Sie bei Wasser im Keller unbedingt auch an den elektrischen Strom“, so der Kernener Feuerwehrkommandant Andreas Wersch. Und weiter: „Bei Aktivitäten im Freien können auch Erdrutsche oder unterspülte und deshalb umstürzende Bäume gefährlich werden“. Auch scheinbar harmlose Bäche können schnell zur bedrohlichen Gefahr werden, wenn man vom durchnässten Ufer abrutscht, so Wersch.

Die Feuerwehr Kernen i.R. rät auch aus ihren Erfahrungen des Elbhochwassereinsatzes im Jahr 2002:

  • Bewegen Sie sich in Überflutungsgebieten nur auf einsehbarem Grund
  • Sichern Sie in gefährdeten Bereichen Gebäudeöffnungen
  • Beobachten Sie Abwasserschächte, die schnell durch Treibgut verstopfen können, weshalb Oberflächenwasser nicht abfließen kann
  • Beobachten Sie Ihren Keller – besondere Vorsicht, wenn Elektrogeräte wie z.B. Gefriertruhen im Wasser stehen
  • Parken Sie bei überfluteten Straßen ihren PKW in höher gelegenen Lagen
  • Beachten Sie Absperrungen, Straßensperrungen und Halteverbote
  • Folgen Sie den Weisungen der Einsatzkräfte und behindern Sie deren Arbeit nicht