Am Wochenende besuchte die Abteilung Stetten die Stettener Feuerwehr – Sie haben richtig gelesen: es handelt sich dabei um die Feuerwehr Stetten / Haigerloch. Im Vorjahr besuchten die Kameraden aus dem Zollernalbkreis auf Initiative von Dieter Binder das Remstal, nun luden die Männer um Abteilungskommandant Rolf Pfeffer zum Gegenbesuch ein. Und die hatten sich richtig Mühe gegeben…

Auf der Agenda stand zunächst die Besichtigung des Stettener Salzbergwerks. Nach einer herzlichen Begrüßung und zum sommerlichen Wetter passenden Erfrischungen ging es gleich „vor Ort“, wie es in der Bergmannsprache heißt. Feuerwehrkameraden aus Haigerloch, die im örtlichen Bergwerk beschäftigt sind, hatten sich für ihre Gäste aus dem Remstal statt der sonst oft üblichen „Touristenveranstaltungen“ eine besondere Führung durch den hochmodernen „Clara-Stollen“ ausgedacht.

Das Salzbergwerk Stetten ist eines der ältesten aber auch modernsten Salzbergwerke Deutschlands. 1852 wurde auf Anregung des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV die Saline Stetten bei Haigerloch, also unweit des Stammsitzes der Hohenzollern,  gebaut. Bereits 1854 begann man mit der Förderung von Steinsalz. Das Werk ging nach Ende des 1. Weltkrieges zunächst in das Eigentum der „Preußischen Bergwerks- und Hütten AG“, der heutigen Preussag über. Seit 1924 ist die Burghausener Wacker Chemie AG für den Salzabbau in Stetten verantwortlich.

Heute fördert das Salzbergwerk Stetten mit 70 Mitarbeitern rund 500 000 to. Steinsalz im Jahr als Industrie- und Streusalz. Ein Großteil des geförderten Steinsalzes wird an das Werk Burghausen geliefert, wo es zur Herstellung von Siliconen, Reinstsilicium, organischen Zwischenprodukten und pyrogener Kieselsäure benötigt wird. Vom Stettener Salz bis zum Mikrochip ist es also nur ein kleiner Schritt.

Aus Sicherheitsgründen wird in Stetten übrigens nur etwa ein Drittel des Salzvorkommens abgebaut. Insgesamt befindet sich ein fast 240 Kilometer langes Tunnelstraßennetz unter Tage. Das Gesamtgebiet von Stetten „Downtown“ ist also genauso groß wie „Down Town Manhattan“. Das ist aber auch der einzige Vergleich, den man im landschaftlich wesentlich reizvolleren Haigerloch ziehen sollte.

Nach der mehrstündigen und sehr kurzweiligen Bergwerksbesichtigung, bei der wir höchstinteressante Einblicke in die Welt „unter Tage“ erhielten und bei der auch die Frage nach dem Brandschutz unter Tage ausführliche Beachtung fand, ging es wieder ans „Tageslicht“ und weiter zum Stettener Gerätehaus, wo wir bei gekühlten Getränken und allerlei Leckereien vom Grill noch lange verweilen sollten.

Ein herzliches „Dankeschön“ geht von Stetten nach Stetten, die Einladung zum nächsten Besuch im Remstal steht bereits.