Fellbach/ Kernen. Der neue Feuerwehrführerschein erleichtert vorallem die Arbeit von kleinen Feuerwehren.

Die Ehrenamtlichen bei der Feuerwehr und bei den Rettungsdiensten bekommen Unterstützung von der Bundesregierung. Diese beschloss kürzlich, dass der Feuerwehrführerschein eingeführt wird. „Das ist für ungefähr 80 Prozent der Feuerwehren ein wichtiger Schritt“, sagt Andreas Wersch, Feuerwehrkommandant von Kernen. „Es fehlt, unter anderem aufgrund der hohen Kosten, der Drang, einen Führerschein bis 7,5 Tonnen zu machen. Da müssen die Kommunen etwas ändern.“

Mit dem neuen Feuerwehrführerschein soll ermöglicht werden, dass Inhaber einer Fahrlizenz bis 3,5 Tonnen – der normale Autoführerschein – mittels einer Nachprüfung auch die schwereren Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen führen dürfen. So soll es eine „abgespeckte Ausbildung ohne Theorie und Prüfung geben; außerdem sollen die Kosten nicht höher als 700 Euro liegen“, sagt Wersch. In Kernen gibt es zwei Löschfahrzeuge mit einem Gewicht bis 7,5 Tonnen.

„Der neue Entschluss kommt uns entgegen“, bemerkt Wersch. Wer bisher den Führerschein bis 7,5 Tonnen gemacht hat, musste dafür 4000 bis 4500 Euro bezahlen. Allerdings gab es von der Gemeinde Kernen einen Zuschuss von 1000 Euro. „Man muss sich jetzt mit den Fahrschulen in Verbindung setzen“ sagt Wersch. „Ich denke, dass sich einige Schulen darauf spezialisieren werden, und hoffe, dass es bei uns in der Nähe eine geben wird.“ Fellbach dagegen gehört zu den 20 Prozent, die keinen Profit aus der Neuerung ziehen: „Unsere großen Fahrzeuge haben ein Gewicht von ungefähr 12 Tonnen“, sagt Stadtbrandmeister Rainer Seeger, „und die kleinen dürfen mit dem normalen Autoführerschein gefahren werden.“

Quelle: Fellbacher Zeitung vom 09.04.2011 / Text: Dominique Wehrle