Rettung aus brennendem Rathaus

Tage der offenen Tür der Rommelshausener Feuerwehr mit Schauübung

Kernen-Rommelshausen. Weißer Rauch steigt auf? In Rom? Nein, nicht weil es einen neuen Papst zu feiern gilt, sondern weil die Feuerwehr Rommelshausen auf dem Dach des Rathauses ein Brandszenario durchspielt. Komplett mit Gasexplosion, Verletzten und den Rettern, die mit drei Tagen der offenen Tür und der Schauübung für sich warben. Fragt man Leute von der Freiwilligen Feuerwehr Rommelshausen, was für Probleme sie hätten, so hört man eigentlich nur Positives. Die Kameradschaft sei gut, die Stimmung meist ebenso. Nur an Nachwuchs mangele es, so Kommandant Peter Schneider und Reservegruppenführer Michael Durchdewald. Eine Misere nicht nur bei der Feuerwehr, sondern bei allen ehrenamtlich Engagierten. „Doch wir sind dran an dem Problem“, so Durchdewald, der darauf hinweist, dass seit zwei Jahren das Einstiegsalter bei der Jugendwehr von 14 auf zwölf Jahre gesenkt wurde.

Entzückte Kinder und beruhigte Erwachsene

Und so zeigen die Jungen denn am Samstag bei ihrer eigenen, etwas kleineren Schauübung, was sie so gelernt haben. Zum Beispiel immer zu zweit alles „truppweise“ zu erledigen, wie’s feuerwehrfachsprachlich heißt, wegen der zusätzlichen Sicherheit, beispielsweise blitzschnell den gelben Schlauch zu entrollen und nach dem „Wasser marsch!“-Befehl mit dem löschenden Nass zu befüllen oder einen humpelnden Verletzten stützend abzuführen. Zwei Gruppenführer in blauen Westen, wie bei den Erwachsenen, teilen alles ein, unter der Oberaufsicht des Einsatzleiters mit gelbem Wanst.

Eigentlich spricht all das Kinder und Jugendliche an, meint auch Michael Durchdewald. „Sie reizt wohl vor allem die Technik und das ganze Flair der Feuerwehr.“ Und womöglich auch der Gedanke, anderen helfen zu können. Bei den Großen schaut so ein Einsatz, auch wenn er nur durchgespielt wird, dann noch einen Tick spektakulärer aus. Laut Durchdewald werde so eine Schauübung vor allem deshalb gezeigt, „um unsere Leistungsfähigkeit darzustellen“. Am Samstag, wegen der Wetterlage, leider vor nicht ganz so großem Publikum, aber doch mit allerlei effektvollen Mitteln. Etwa dass der Schauplatz des Geschehens auf das Dach verlegt wurde, wo Dachdecker eine Gasleitung beschädigt und einen Brand verursacht haben. Was den Einsatz mehrerer Feuerwehr-Fahrzeuge und Brandlöschern zum Teil mit Gasmasken nötig macht. Und was auch alles zeigt, „dass Feuerwehr Teamarbeit bedeutet“, wie Kommandant Schneider als Moderator der Übung betont.

Zuerst kommt die Einsatzleitung zur Vor-Ort-Begutachtung, sondiert die Lage, schätzt ein, wie viele Personen betroffen und wie die Räumlichkeiten beschaffen sind, schickt einen Trupp ins Gebäudeinnere. Dann erreichen die großen Tanklöschfahrzeuge den Schauplatz, mit viel Tatütata, was vor allem für die Kinder unter den Zuschauern eine nie versiegende Quelle des Entzückens darstellt. Eines der schmucken feuerroten Fahrzeuge, das mit der Drehleiter, kommt extra aus Fellbach, neben Weinstadt und Waiblingen der dritte für Rommelshausen zuständige Drehleiter-Standort. Jetzt kann die große Leiter mit ihrem Rettungskorb ausgefahren werden, nachdem zuvor bereits eine andere, tragbare Schiebeleiter an die Gebäudewand gelehnt und von einer Feuerwehr-Kameradin bestiegen worden ist. Außerdem wurde der Sprungretter aufgeblasen, der Leute, die in Panik vom Dach springen, sicher landen lässt. Das alles wirkt insgesamt doch ziemlich beruhigend insofern, als viel Planung und Ordnung hinter den Retteraktionen spürbar und sichtbar wird, wir alle uns also relativ sicher sein können, dass im Gefahrenfall alles glimpflich ablaufen dürfte.

Das Festprogramm

An drei Tagen gab’s Programm bei der Freiwilligen Feuerwehr Rommelshausen. Am Freitag spielte nach dem Fassanstich durch Bürgermeister Stefan Altenberger die Molch-Combo zur Unterhaltung auf, am Samstag gab es nach den Schauübungen am Rathaus noch Kinderfahrten mit dem Feuerwehrfahrzeug, eine Spielstraße der Jugendfeuerwehr am Milchhäusle sowie musikalische Unterhaltung mit dem Schlagercafé.

Am Sonntag folgten ein Weißwurstfrühstück mit dem Spielmannszug der Feuerwehr Waiblingen, Feuerwehrfahrzeug-Kinderfahrten und die Spielstraße der Jugendfeuerwehr, Kaffee und Kuchen im Steiger-Café sowie zweimal musikalische Unterhaltungen mit dem Akkordeon-Orchester Rommelshausen sowie dem Musikverein Stetten.

WKZ vom 22.06.2015 / Text: Michael Riediger