„Anforderung zur Amtshilfe für die Polizei – Türöffnung, Person in Notlage“ lautet immer häufiger das Alarmierungsstichwort für die Feuerwehr Kernen i.R.

Dahinter verbirgt sich in der Regel eine medizinische Notlage, wenn z.B. eine ältere Person den Hausnotruf betätigt hat oder von Nachbarn oder Angehörigen als vermisst gemeldet wird. Reagieren die Bewohner dann nicht auf das Klingelzeichen des Rettungsdienstes oder der Polizei, wird die Feuerwehr gerufen, um den Zugang zur Wohnung zu schaffen. Hier ist in aller Regel „Gefahr in Verzug“ und damit Eile geboten. Solche Einsätze nehmen in den letzten Jahren auch in Rommelshausen und Stetten mehr und mehr zu.

Türöffnungen sind für die Feuerwehr inzwischen zwar Routine geworden. Doch heutzutage sind Haus- und Wohnungstüren nicht selten mit modernen Schließanlagen gesichert, die die Retter trotz Spezialwerkzeug vor große Probleme stellen. Damit unsere Einsatzkräfte auch weiterhin für alle Eventualitäten gerüstet sind, führten die „Türöffnungs-Profis“ Michael Fischer, Thomas Görich und Karl-Heinz Bock aus Weiterstadt (Hessen) ihr praxisnahes Seminar im Stettener Feuerwehrgerätehaus durch.

Nachdem zunächst die rechtlichen Grundlagen beleuchtet wurden, verschafften die Schlosserprofis, die selbst in der Feuerwehr als Führungskräfte tätig sind und über jahrelange Einsatzerfahrung mit Türöffnungen verfügen, einen Überblick über die verschiedenen Schließanlagen und Schlosstypen. Welches Spezialwerkzeug (das auch bei der Feuerwehr unter Verschluss gehalten werden muss und nicht jedem zugänglich sein darf) für welche Türe und welches Fenster am besten geeignet ist, konnte anschließend in dem ganztägigen Seminar in der Praxis erprobt werden.