Hauptversammlung: Der „Römer“ Kommandant Peter Schneider findet es „nicht nachvollziehbar“, dass Schaulustige immer wieder Einsätze behindern

Die Zahl der Einsätze ist gestiegen, die neue Brandschutzkleidung hat sich im Jahr ihrer Beschaffung bewährt und der Mitgliederzuwachs bei der Jugendfeuerwehr ist Grund zur Freude. Zu ihrer Jahreshauptversammlung traf sich die Einsatzabteilung Rommelshausen im Feuerwehrgerätehaus. 2015 wurde die Wehr zu 49 Einsätzen gerufen, 36 waren es im Jahr 2014. „Glücklicherweise Standard-Einsätze“, bilanzierte Kommandant Peter Schneider. Die Zahl der Einsätze hat sich von 81 auf 109 auch in der Gesamtwehr deutlich erhöht. Die Feuerwehrleute in Rommelshausen leisteten 1210 Einsatzstunden und 536 Dienststunden bei Übungen. Im Bereich der Feuerwehrausbildung wurde in Form von Leistungsabzeichen, Lehrgängen und Sprechfunkausbildungen in die Zukunft investiert. Drei junge Männer wechselten von der Jugendfeuerwehr zur aktiven Wehr.

Im Bereich der Brandbekämpfung mache sich die Vorschrift für Heimrauchmelder bemerkbar, einige Brände konnten in ihrer Entstehungsphase bekämpft werden, so Schneider. Ihren größten Brandeinsatz mit Menschenrettung absolvierten die Kameraden in der Mühlstraße in Stetten. Auch im Bereich der technischen Hilfeleistung war die Wehr mehrfach gefordert. Schneider ging auf die Einsätze bei zwei Verkehrsunfällen am Ortseingang von Rommelshausen und in der Karlstraße ein, bei denen sich der Feuerwehr – abgesehen vom tragischen Unfallgeschehen – gleich zweimal ein unerfreuliches Bild gezeigt habe: Gaffer hätten nicht nur geschaut, mit ihren Smartphones hätten sie auch Bilder und Videos gemacht. Die Abteilung musste dadurch „für die Rettung benötigte Einsatzkräfte zum Schutz der Privatsphäre der Verletzten abstellen“, so Schneider, der das Verhalten „nicht nachvollziehbar“ findet. Vor seinem Jahresrückblick prägte das aktuelle Geschehen die Gedanken des Kommandanten. Insbesondere die Vorfälle in Bautzen hätten ihn erschüttert. „Es ist absolut nicht zu tolerieren, wenn Gaffer die Arbeit der Feuerwehrleute bei der Brandbekämpfung behindern“ – diesen Worten von Hartmut Ziebs, dem Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes schließe sich die Wehr in Kernen an.

Gute Nachricht: Keiner verletzt

Sehr erfreut zeigte sich Schneider über die Entwicklung der Jugendwehr. 14 Kinder und Jugendliche sind in der Jugendfeuerwehr in Rommelshausen aktiv, 21 in der Gesamtwehr Kernen. Nur durch die Jugend lasse sich die Personalstärke einigermaßen halten, sagte Schneider mit Bezug auf den demografischen Wandel. Positiv auch die neue Einsatzkleidung mit Helmen und Handschuhen: Dass keine einzige Verletzung zu beklagen war, zeige deutlich, dass sich die Investition in die Sicherheit der Feuerwehrangehörigen ausgezahlt hat, bekräftigte der Kommandant die Notwendigkeit der nach über 25 Jahren beschafften Brandschutzkleidung. Auf den Nägeln brennt der Abteilung das bauliche Thema „Milchhäusle“.

Noch könnten die Eintreffzeiten von acht bis zehn Minuten in über 90 Prozent der Fälle eingehalten werden. Um noch effektiver arbeiten zu können, müssten „der zwischenzeitlich über 40 Jahre lang gehegte Parkflächen-Wunsch und die Forderung der Unfallkasse Baden-Württemberg“ endlich umgesetzt werden, brachte Schneider das Anliegen der Feuerwehr vor. Es sei allen klar, so Schneider weiter, dass die Mobile Jugendarbeit bis zur Fertigstellung der neuen Räumlichkeiten die Räume im Milchhäusle weiterhin nutzt. Für den Einsatzfall sei langfristig aber eine bessere Parkplatzsituation erforderlich. Der Feuerwehr stehen fünf Stellplätze bei 24 Sitzplätzen in den Einsatzfahrzeugen zur Verfügung, führte Schneider die Situation vor Augen. „Die Feuerwehr wünscht sich, dass die derzeitige Situation von Gemeinderat und Verwaltung für eine sinnvolle Lösung überdacht wird.“ Immer wieder und auch vergangene Woche seien Abstellmöglichkeiten durch geparkte Fahrzeuge verstellt. „Im Ernstfall kostet dies unnötig Zeit, die sich im schlimmsten Fall tödlich auswirkt“, mahnte der Kommandant.

Heinz Häberle ist seit 50 Jahren dabei

Als größte Investition für das laufende Jahr nennt Kommandant Peter Schneider die neuen Uniformen. Er hielt fest: „Dabei handelt es sich nicht um einen Wunsch der Feuerwehr, sondern um die Verwaltungsvorschrift Bekleidung des Landes Baden-Württemberg.“ In den nächsten Jahren stehen außerdem noch zwei Ersatzbeschaffungen bei den Fahrzeugen an. Für die Abteilung Stetten wird ein HLF (Hilfeleistung-Lösch-Fahrzeug) beschafft. Für die Abteilung Rommelshausen soll der ELW klein mit einem Mehrzweckfahrzeug beschafft werden.

Zahlreiche Feuerwehrkameraden wurden befördert: Martin Lanzner, Luca Riek, Jan Schniepp wechseln von der Jugendfeuerwehr zur Aktivenwehr. Weitere Beförderungen gingen an: Sebastian Bohling (Löschmeister), Volker Frank und Tobias Müller (Oberlöschmeister), Roland Schweizer, Rainer Süßenbach und Karl-Heinz Knittel (Hauptlöschmeister) sowie Markus Konzmann (Brandmeister). Sebastian Bohling wurde zum Gruppenführer ernannt.

Dario Danner hat in der Wehr Jestetten seine Grundausbildung gemacht, ist 2015 nach Rommelshausen gezogen und wurde als aktiver Feuerwehrmann aufgenommen. Andreas Rupp wurde wiederaufgenommen: Der Feuerwehrmann hatte eine Zeitlang im Landkreis Böblingen gewohnt und ist jetzt wieder hergezogen. Drei Jugendfeuerwehrwarte kümmern sich künftig um die Ausbildung des Feuerwehrnachwuchses: Thomas Schneider und Susanne Eißler haben die Aufgaben an Sebastian Bohling, Johannes Eißler und Marcel Alber übergeben.

Heinz Häberle wurde abteilungsintern für 50-jährige aktive Feuerwehrtätigkeit geehrt. Häberle trat am 5. September 1965 in die aktive Wehr ein. Er war unter anderem als Gruppenführer aktiv, seit 2003 gehört er der Alterswehr an. Die Ehrung sei „sehr selten“, ließ Kommandant Peter Schneider wissen. Häberle sei der sechste Feuerwehrmann in seiner Amtszeit, den er für 50 Jahre geehrt habe. Schneider ist seit sieben Jahren Kommandant.

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 21.03.2016 / Text: Heidrun Gehrke