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Ministerpräsident lädt Hilfsorganisationen nach Karlsruhe ein 

Unter dem Motto „Helfende Organisationen im Dienste der Menschen“ veranstaltete die Landesregierung am Freitagabend im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie ihren Neujahrsempfang. Unter den geladenen Gästen waren auch Teilnehmer aus dem Rems-Murr-Kreis: die beiden Vorstandsmitglieder im Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg, Ltd. Branddirektor Dr. Karsten Homrighausen (Waiblingen), Andreas Wersch (Kernen i.R.) sowie der stellvertretende LFV-Geschäftsführer Markus Kramer (Schorndorf), Georg Spinner, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes (Leutenbach) und sein Stellvertreter Rolf Illg (Remshalden).

„Gelebte Werte wie Mitmenschlichkeit, Solidarität und Hilfsbereitschaft sind es, die unserer Gesellschaft ihr humanes Gesicht verleihen und für eine gute soziale Temperatur sorgen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Karlsruhe. „Im Haupt- und Ehrenamt engagieren sich die Helfenden für den Schutz und die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger. Wo andere weglaufen, sind sie zu Stelle. Wo andere in Panik geraten, behalten sie den Überblick und wo andere Angst habe, handeln sie professionell und entschlossen“, lobte der Ministerpräsident das Engagement der Vertreterinnen und Vertreter der Hilfsorganisationen. „Ihrem Dienst und ihrem persönlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass wir in einem so stabilen und sicheren Land und einem wohlgeordneten Gemeinwesen leben dürfen.“

Gewaltige humanitäre Aufgabe bisher gut geschafft

Unsere Werte würden jedoch zurzeit auf eine harte Probe gestellt. Der internationale Terrorismus bedrohe unsere Freiheit und unseren selbstbestimmten Lebensstil. Viele Menschen seien verunsichert von der großen Zahl der Flüchtlinge, die bei uns Schutz vor Krieg und Terror suchen. „Bisher haben wir diese gewaltige humanitäre Aufgabe in Baden-Württemberg gut geschafft: Dank eines kraftvollen Krisenmanagements, aber vor allem dank des großen Einsatzes unzähliger haupt- und ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer“, so Kretschmann. Feuerwehren, Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk und auch die Bundeswehr kümmern sich ebenso um die Flüchtlinge wie Nachbarn, Helferkreise und Kirchengemeinden. Namentlich hob der Ministerpräsident dabei Landesbranddirektor Hermann Schröder hervor.

Dank für große Hilfsbereitschaft

„Diese große Hilfsbereitschaft erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit. Sie ist das, was wirklich bleibt und zählt in dieser Krise“, betonte der Ministerpräsident. „Allen, die angesichts der Flüchtlinge jetzt einen Verlust unserer kulturellen Identität befürchten, sage ich: Gerade diese Hilfsbereitschaft ist selbst der Ausweis unserer christlichen, humanistischen und universalen Werte, die dieses Land prägen. Sie ist zugleich die beste Wertevermittlung für all jene, die bei uns eine neue Heimat suchen.“ Dabei sei klar, dass Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, unsere Rechts- und Werteordnung respektieren und befolgen müssen. „Integration kann nur auf dem Fundament des Grundgesetztes stattfinden – nicht neben, hinter oder gar über ihm“, betonte Kretschmann.

Mehr europäische Solidarität gefordert

Um die Flüchtlingsströme zu bewältigen, brauche es aber auch endlich mehr europäische Solidarität. „Ein Rückfall in die Nationalstaaterei gerade jetzt, wo wir doch sehen, dass jede lokale Krise in der Welt zu einer globalen Krise werden kann, wäre ein wirtschaftlicher und politischer Rückschritt in eine Vergangenheit, die wir längst glaubten, überwunden zu haben“, sagte Kretschmann. Es brauche zudem größere Anstrengungen zur Bekämpfung der Fluchtursachen und bei der Hilfe für die Flüchtlingslager rund um die Krisenherde. „Viele Männer und Frauen in den Hilfsorganisationen sind im weltweiten Einsatz tätig und wissen, dass die internationale Staatengemeinschaft wesentlich mehr tun könnte, damit Menschen sich erst gar nicht auf den gefährlichen Weg nach Europa machen müssen“, betonte der Ministerpräsident.