„Rettungspunkten Wald“ sind ein Angebot, um Rettungsmaßnahmen schnell und einfach zu organisieren

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Unfälle sind in wenig erschlossenen Gebieten meist schwer zu lokalisieren. Oft finden die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes den Unfallort nicht, weil sie in der Regel auf Waldwegen nicht ortskundig sind. Ortskundig ist jedoch unsere Feuerwehr, die dann als Lotse fungiert. In so einem Notfall kann ein Rettungstreffpunkt lebensrettend sein. Die Punkte sind alle einheitlich beschildert, damit sie für alle Waldbesucher leicht zu erkennen sind. Sie liegen außerhalb des Waldes an öffentlichen Wegen und Straßen, damit sie ganzjährig mit Rettungsfahrzeugen gut erreicht werden können.

Notfalleinsätze im Wald sind auch in Kernen keine Seltenheit: Im Herbst letzen Jahres ereignete sich im Stettener Wald in der Nähe der Steudlesklinge einen Reitunfall. Nach Absetzen des Notrufes wurde die Reiterin ohnmächtig und musste nachts von der Feuerwehr im Wald gesucht und schließlich aus einer schwer zugänglichen Waldklinge gerettet werden. Und da gab es noch den nach einem Sturz schwer verletzten Mountainbiker, der von der Feuerwehr mit einem über einer Waldlichtung am Katzenkopf „stehenden“ Rettungshubschrauber über eine Winde gerettet werden musste. In beiden Fällen mussten Notarzt und Rettungsdienst von der Feuerwehr in den Wald geführt werden. „Die Idee zu den Rettungspunkten in Kernen kam deshalb aus den Reihen unserer Feuerwehr“, sagt Bürgermeister Stefan Altenberger, der diese Idee als passionierter Mountainbiker sehr gut findet.

Im Landkreis Esslingen wurde eine solche Beschilderung bereits auf den Weg gebracht. Im Rems-Murr-Kreis ist Kernen die erste Kommune, in der Rettungspunkte im Wald festgemacht werden. Sie sind nummeriert und in einer Karte, die der Rettungsleitstelle vorliegt, eingetragen. Sämtliche Rettungsdienste (Feuerwehr, DRK, Polizei) sowie Forstarbeiter und Unternehmer, die im Wald tätig sind, kennen diese Punkte. Bei einem Notfall kann die Leitstelle somit den nächstgelegenen Rettungspunkt weitergeben.

Inzwischen gibt es auf der Kernener Gemarkung vier Rettungspunkte. Diese „forstspezifischen Rettungspunkte“ wurden von den Revierleitern vorgeschlagen und in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt festgelegt. Sie wurden nun von der Gemeinde Kernen i.R. beschildert, um sie auch für die Bevölkerung erkennbar zu machen. Denn schwere Unfälle passieren nicht nur bei der Waldarbeit, sondern gerade auch in der Freizeit. Daher steht das Rettungssystem im Notfall allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung.

Rettungspunkte sind „Treffpunktschilder“

Einer der insgesamt vier Rettungspunkte befindet sich beim Stettener Sängerheim. Die weiteren Punkte befinden sich beim Parkplatz des Waldspielplatzes „Blaues Loch“, am Katzenkopf an der Landesstraße 1199 gegenüber der Zufahrt zur Mülldeponie und im Stettener Tal am Haldenbach, direkt am Waldeingang.

Text: Marisol Simon und Andreas Wersch