Die Rommelshäuser Wehr hat wieder mal ihre Vielseitigkeit bewiesen / 65 Einsätze, 40 davon „auf hohem Niveau“

Kernen-Rommelshausen. Ob Feuerbekämpfung, sintflutartige Regenfälle, austretendes Chlor im Hallenbad oder die Rettung dreier Hundewelpen aus einem Abwasserrohr, die sich dann als kleine Füchse herausstellten: Das vergangene Einsatzjahr forderte die Vielseitigkeit der Römer Feuerwehr wieder so richtig heraus.

40 Einsätze (von insgesamt 65) „auf hohem Niveau“, so resümierte der neue Abteilungskommandant Peter Schneider, habe die Rommelshäuser Wehr im zurückliegenden Jahr geleistet, oft gemeinsam mit den Stettener Kollegen. Auch den Brand mit dem bei Eiseskälte fast gefrorenem Löschwasser haben die Wehren in den Griff bekommen. Schneider führt das auf die „gute Ausbildung“ zurück: „Ausbildung und Übung ist die beste Vorbereitung.“

Trotz erhöhtem Durchschnittsalter sei man mit 50 Kameradinnen und Kameraden gut aufgestellt: „Die Bevölkerung braucht keine Angst zu haben.“ Dass die Feuerwehr sich weigere, Häuser mit Fotovoltaik auf den Dächern zu löschen, weist er entschieden zurück: „Das sind falsche Berichte.“ Gelöscht werde immer, selbst wenn die Anlage Strom produziert, denn: „Wenn man Abstand hält, passiert nichts.“

Ehre, wem Ehre gebührt bei der Rommelshäuser Wehr: Die Herren mit den Blumen sind links Bernd Lederer, 25 Jahre dabei, neben ihm Rolf Deiß, 40 Jahre bei der Feuerwehr. Flankiert werden die Geehrten links von Kommandant Wersch aus Stetten, rechts von Bürgermeister Altenberger und Kommandant Peter Schneider aus Rommelshausen. Bild: Steinemann

Sorgen macht die Einstellung mancher Arbeitgeber

Sorge mache ihm jedoch die wachsende Gemeinde, denn die bringe mehr Aufgaben mit sich. Ein anderer Kritikpunkt sei die Einstellung der Arbeitgeber, wenn es um die Einsätze der Wehr geht. „Bei der derzeitigen Lage auf dem Arbeitsmarkt sind die Arbeitgeber kritischer.“ Dem widerspricht Gastredner Claus Paal, Bezirkspräsident der IHK: „Die Unternehmen schätzen sehr wohl die Leistungen der Feuerwehr.“

Auch Bürgermeister Stefan Altenberger ist überzeugt von „seiner“ Feuerwehr und lobt die „hohe Qualität über die Jahre hinweg“. Ihn freut besonders, dass in der Gesamtfeuerwehr junge Leute integriert sind. „In diesem Jahr wird das Budget erhöht werden“, verspricht er. Auch die Feuerwehrentschädigungssatzung werde geändert – schließlich würden Hauptamtliche wesentlich teurer werden. Und zudem zeigte er sich willens, das von Schatzmeister Heinz Schwarz beklagte Defizit im Haushalt auszugleichen. Die Polizei hat ganz andere Probleme. Roland Kazmaier erzählt von einer drastischen Zunahme von Tageswohnungseinbrüchen. „Die Täter klettern bei helllichtem Tag über die Balkone und hebeln die Türen aus“, weiß er. Sein Rat: tagsüber, wenn keiner da sei, die Rollläden auf den Balkonen herunterlassen und Anwesenheit vortäuschen, beispielsweise über einen Zeitregler, um Licht und Radio an- und ausschalten. „Aber nicht den Toaster“ witzelt er. „Das ist kontraproduktiv“, fängt Andreas Wersch, Stettener Abteilungschef, den Spaß auf. Schließlich wolle die Feuerwehr auch noch etwas zu tun haben. Seine Rede hält er kurz, denn „wer lange spricht, ist auch sonst gemein“, so Wersch. Er freue

sich über die gute Zusammenarbeit zwischen beiden Kerner Teams, die sich auch nach Christian Fischer und Andreas Pfänder mit der neuen Spitze fortsetze. „Sicherheit ist ein Stück Lebensqualität“, sagt er, „die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht gute Arbeit von der Feuerwehr.“

Gutes Gerät unterstützt die Arbeit

Die sach- und aufgabengerechte Personalstruktur der Feuerwehr sei eine Herausforderung, meint Landtagskandidat Jochen Haußmann. Gutes Gerät unterstützt diese Arbeit. In diesem Jahr wird ein Gerätewagentransport den Fuhrpark bereichern, informiert Peter Schneider. Dafür werde ein alter Löschwagen ausgemustert.

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung 21.02.2011