Die Freiwillige Feuerwehr bei einem erfrischenden Einsatz im Kernener Gemeindewald

Bevor die Truppe ausrückt, schwört Peter Schneider, der Abteilungskommandant der Freiwilligen Feuerwehr Rommelshausen, im Gerätehaus die rund 30 Männer und Frauen vom 1. und 2. Zug auf die Übung im Gemeindewald ein. Eine schweißtreibende Arbeit erwartet die Feuerwehrmitglieder. Anders als im Ort stehen in der Flur kaum Hydranten, die angezapft werden können. Das Löschwasser muss mit Pumpen und Schläuchen bis zu 800 Meter weit an den Brandherd am Hirschweg befördert werden. „Nehmt eure Handys aus den Taschen, damit sie keinen Schaden nehmen.“ Im Ernstfall bezahle die Gemeinde den Verlust, aber bei den bevorstehenden Wasserspielen nicht, sagt Peter Schneider. Er weiß, seine Leute werden bei der Gluthitze eine Abkühlung aus dem Wasserschlauch dringend brauchen.

Der Einsatzleitwagen fährt zum Wasserbehälter Harthau voraus. Nur wenige Minuten nach dem Alarm kurven die roten Feuerwehrfahrzeug durch die Weinberge. Das Tanklöschfahrzeug (TLF) rückt bis an den imaginären Brandherd vor. Blitzschnell werden Schläuche ausgerollt und zusammengesteckt. Das ungewohnte Treiben im Tann lockt ein paar Jungs herbei, die in der Nähe gespielt haben. Sie kommen nicht umsonst, sondern werden mit einer erfrischenden Dusche belohnt – wie auch die Bäume im Wald.

Die Besatzung des TLF hat es noch gut erwischt. Im Wald ist es angenehm kühl, und da die Feuerwehrleute mit dem TLF einen Pendelverkehr simulieren, müssen sie immer wieder zurück ins Gerätehaus, um ihren Tank zu beladen. Die Mehrzahl der „Römer“ schwitzt derweil in den Weinbergen. Zwischen den Rebenreihen legen sie Schlauchverbindungen vom Hydranten unterhalb des Wasserbehälters den Berg hinauf. Ziel ist es, 800 Liter pro Minute mit einem Druck von acht Bar nach oben zu bringen. „Wir verlieren pro zehn Höhenmeter ein Bar Druck“, sagt Peter Schneider. Aufmerksam beobachtet der Abteilungskommandant jeden Handgriff. Als das letzte Verbindungsstück liegt, erfolgt das Kommando: Wasser marsch. Der Schlauch füllt sich, und oben schießt das Löschwasser heraus. Peter Schneider ist zufrieden. „Ein Waldbrand ist immer eine extrem heikle Sache.“

Den Ernstfall will der Feuerwehrkommandant am liebsten nie erleben. Sogenannte Brandabschnitte, in denen eine Schneise in den Wald geschlagen wurde, sollen ein mögliches Feuer eindämmen helfen. Die ehrenamtlichen Waldbrandflieger, Feuerwehrleute mit Pilotenschein, sind außerdem an heißen Sommertagen wie zurzeit unterwegs. „Sie sind geschult und erkennen jeden Brandherd.“ Falls es doch einmal brennen sollte, würden Kernener, Fellbacher und Waiblinger Wehr gemeinsam ausrücken, damit genügend Tanklöschfahrzeuge rasch vor Ort sind. Zentraler Sammelpunkt für die Einsatzfahrzeuge wäre das St.-Rambert-Stadion, sagt Schneider: „Da gibt es ausreichend Standplätze für alle.“

Quelle: Fellbacher Zeitung vom 13.07.2010 / Text: Eva Herschmann